Ein Rechenzentrum statt eine Gigahalle für das Gewerbegebiet Wallau Ost?

Im Bauausschuss wurde befürwortet, dass die Stadt einen Bebauungsplan erstellt und den Stadtverordneten zur Abstimmung stellt. Die Stadtverordneten sahen mehrheitlich die Chance, Einnahmen für die Stadt zu generieren. Wie hoch die sein werden und wann das Geld fließt, kann man zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sagen.

Die SPD wollte ausdrücklich auch Rechenzentren im möglichen Bebauungsplan berücksichtigt wissen. Die produzieren zwar keinen Verkehr, benötigen aber sehr viel Strom (da müsste noch eine dicke Leitung gelegt werden, dauert laut Investor an die 7 Jahre mindestens) und sehr viel Wasser. Und das wird in Zukunft immer knapper. Schon in der jetzigen Hitzewelle jetzt ruft die Stadt zum Wassersparen auf.

Als brauchbare Größenordnung kann man den WUE-Wert (Water Usage Effectiveness) verwenden. Er gibt an, wie viele Liter Wasser pro verbrauchter Kilowattstunde IT-Energie eingesetzt werden. Microsoft gibt für seine Rechenzentren für 2025 beispielsweise einen durchschnittlichen WUE von 0,27 Liter/kWh an; ältere Rechenzentrumsgenerationen lagen bei Microsoft bei etwa 2,3 Liter/kWh.

Für ein Rechenzentrum mit beispielsweise 10 MW dauerhaft laufender IT-Leistung ergibt sich daraus:

Kühlung / angenommener WUEWasser pro Tag
sehr modernes System, 0,27 l/kWhca. 65.000 Liter/Tag
1,0 l/kWhca. 240.000 Liter/Tag
2,0 l/kWhca. 480.000 Liter/Tag
älteres System, 2,3 l/kWhca. 552.000 Liter/Tag
großes 100-MW-Rechenzentrum bei 1,0 l/kWhca. 2,4 Mio. Liter/Tag

Gemeinsame Ortsbeiratssitzung Wallau/Diedenbergen abgesagt.

Screenshot aus dem Bürgerinformationssystem

Formaler Fehler oder politische Motive? Die beiden CDU-Ortsvorsteher lehnen die Einladung zur gemeinsamen Sitzung der Ortsbeiräte ab. Diese sollte sich mit dem Verkehrsgutachten (Erweiterung des Gewerbegebiet Wallau Ost) beschäftigen und eine Einschätzung zu den Auswirkungen abgeben. Der Newsletter hofheim-news sieht darin einen Politkrimi. Es bleibt spannend.

Investoren haben ihre eigenen Interessen

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Gewerbegebiete sind unbestritten wichtig für Hofheim. Ob aber Wallau Ost III den Haushalt rettet, ist fraglich. Klar ist, bevor Gewerbesteuereinnahmen fließen würden, dauert es noch Jahre. Firmen können ihre Investitionskosten abschreiben, daher würde in den ersten Jahren kein Gewinn abfallen. Zudem können Logistikunternehmen durch ihre Firmenstruktur festlegen, an welchem Standort Gewinne anfallen. Eine Firma möchte und soll Gewinn machen. Wieso sollte sie dann nicht Gewerbesteuer in Hofheim vermeiden und diese lieber im billigeren Eschborn zahlen? Und gerade ein großes Logistikunternehmen wurde als möglicher Mieter genannt. „Nur“ 100 Schwerlast-LKW würden erwartet. Diese Aussage ist selbstredend unverbindlich. Wie auch die möglichen Berechnungen der Einnahmen durch die Gewerbesteuer. Zu denken gibt, dass die von den Ortsbeiräten geforderten Verkehrsgutachten vorliegen, aber noch nicht veröffentlicht sind. Die Straßen werden durch den zusätzlichen Verkehr nicht besser. Die absehbare Sanierung muss irgendwann auch bezahlt werden – aber nicht durch den Investor. Investoren haben ihre eigene Agenda, wie man am Gewerbegebiet in der Lach sieht. Blindes Vertrauen in Aussagen, zumal in Interviews, ist nicht zielführend. Sachliche Abwägung der Argumente, der Vor- und Nachteile, statt ideologischer Entscheidungen sind gefragt.

Akte X: Die unbekannten Verkehrsgutachten zu den Gewerbegebieten.

Um die zusätzliche Verkehrsbelastung durch die Gewerbegebiete einschätzen zu können, wurden auf Wunsch der Ortsbeiräte Verkehrsgutachten beauftragt.

Im Ortsbeirat Diedenbergen wurde die Nachfrage zum versprochenen Verkehrsgutachten für das Gewerbegebiet In der Lach erst gar nicht beantwortet (Quelle: Höchster Kreisblatt). Im Ortsbeirat Wallau sagte der Bürgermeister zu der entsprechenden Nachfrage zu dem Verkehrsgutachten zum Gewerbegebiet Ost 3 sinngemäß: „Das könnten wir in einen der nächsten Runden vorstellen.“ ….