Investoren haben ihre eigenen Interessen

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Gewerbegebiete sind unbestritten wichtig für Hofheim. Ob aber Wallau Ost III den Haushalt rettet, ist fraglich. Klar ist, bevor Gewerbesteuereinnahmen fließen würden, dauert es noch Jahre. Firmen können ihre Investitionskosten abschreiben, daher würde in den ersten Jahren kein Gewinn abfallen. Zudem können Logistikunternehmen durch ihre Firmenstruktur festlegen, an welchem Standort Gewinne anfallen. Eine Firma möchte und soll Gewinn machen. Wieso sollte sie dann nicht Gewerbesteuer in Hofheim vermeiden und diese lieber im billigeren Eschborn zahlen? Und gerade ein großes Logistikunternehmen wurde als möglicher Mieter genannt. „Nur“ 100 Schwerlast-LKW würden erwartet. Diese Aussage ist selbstredend unverbindlich. Wie auch die möglichen Berechnungen der Einnahmen durch die Gewerbesteuer. Zu denken gibt, dass die von den Ortsbeiräten geforderten Verkehrsgutachten vorliegen, aber noch nicht veröffentlicht sind. Die Straßen werden durch den zusätzlichen Verkehr nicht besser. Die absehbare Sanierung muss irgendwann auch bezahlt werden – aber nicht durch den Investor. Investoren haben ihre eigene Agenda, wie man am Gewerbegebiet in der Lach sieht. Blindes Vertrauen in Aussagen, zumal in Interviews, ist nicht zielführend. Sachliche Abwägung der Argumente, der Vor- und Nachteile, statt ideologischer Entscheidungen sind gefragt.

2050: Ein Sonntagsspaziergang in Wallau

Glosse

Früh morgens schlendert Frida Schmidt durch Wallau. Seit die Sommer so warm sind, ist vor der Arbeit der beste Zeitpunkt. Beton heizt sich eben auf. Um die Finanzen zu sichern, sind Gewerbegebiete wichtig, haben sie gesagt. Dass die internationalen Logistikkonzerne die Steuern lieber in Irland als in Deutschland zahlen, konnte keiner ahnen. Sie muss sich beeilen, wenn sie pünktlich auf der Arbeit sein will. Denn zu spät darf man nicht auf die Autobahn wollen. Schon 2025 war das Autobahnkreuz und die Anschlussstelle Wallau überlastet. Jetzt, mit den vielen zusätzlichen LKWs, muss man sehr viel Zeit einplanen. Zumal die Umgehungsstraße halbseitig wegen einer Dauerbaustelle gesperrt ist. Die LKWs haben der schon damals angeschlagenen Straße den Rest gegeben. Aber sie will sich nicht beschweren. Dank der Einnahmen aus dem Verkauf der Grundstücke konnte der Dachgarten auf dem Landratsamt ansprechend überdacht werden. Vielleicht zu spät, kommt ihr in den Sinn, sonst hätten die Politiker in der Finanzkrise 2025 einen kühlen Kopf behalten.