
Was ist los mit dem Gewerbegebiet „In der Lach“?


Neuigkeiten aus Wallau & Marxheim
Ralf Domann


In der Stadtverordnetensitzung heute stellte Bürgermeister Wilhelm Schultze den Haushaltsentwurf 2026 vor. Kurzfassung: Alles was nicht unbedingt notwendig ist (z.B. sämtliche Feste und Events wie Eiszauber und Hofheimer Markt) kann sich Hofheim in der nächsten Zukunft nicht mehr leisten. Alles kommt auf den Prüfstand, um die Bürger möglichst wenig zu belasten. Um überhaupt einen genehmigungsfähigen Haushalt vorlegen zu können, steht ein Grundsteuerhebesatz von über 2000! Prozent im Raum. Der Antrag wurde wie üblich in die Ausschüsse überwiesen. Ziel ist es, weiteres Einsparpotential zu finden, um die Erhöhung der Grundsteuer nicht ganz so hoch ausfallen zu lassen. Es werden wohl äußerst spannende Beratungen.
Glosse

Früh morgens schlendert Frida Schmidt durch Wallau. Seit die Sommer so warm sind, ist vor der Arbeit der beste Zeitpunkt. Beton heizt sich eben auf. Um die Finanzen zu sichern, sind Gewerbegebiete wichtig, haben sie gesagt. Dass die internationalen Logistikkonzerne die Steuern lieber in Irland als in Deutschland zahlen, konnte keiner ahnen. Sie muss sich beeilen, wenn sie pünktlich auf der Arbeit sein will. Denn zu spät darf man nicht auf die Autobahn wollen. Schon 2025 war das Autobahnkreuz und die Anschlussstelle Wallau überlastet. Jetzt, mit den vielen zusätzlichen LKWs, muss man sehr viel Zeit einplanen. Zumal die Umgehungsstraße halbseitig wegen einer Dauerbaustelle gesperrt ist. Die LKWs haben der schon damals angeschlagenen Straße den Rest gegeben. Aber sie will sich nicht beschweren. Dank der Einnahmen aus dem Verkauf der Grundstücke konnte der Dachgarten auf dem Landratsamt ansprechend überdacht werden. Vielleicht zu spät, kommt ihr in den Sinn, sonst hätten die Politiker in der Finanzkrise 2025 einen kühlen Kopf behalten.

Hier die offizielle Information der Stadt auf Hofheim.de: Dramatische Finanzsituation: Kreisstadt kämpft mit Kassendefizit und fehlenden Rücklagen
Aktuelle Presseinformation als pdf

Kriftel erhöht 2026 die Gewerbesteuer. 2025 wurde schon die Grundsteuer erhöht. In Hofheim wurden Steuererhöhungen, mutmaßlich auch mit Blick auf die Bürgermeisterwahl im März, bisher ausgeklammert. Doch nun ist Hofheim extrem klamm. Die Rücklagen sind aufgebraucht. Viele Nachbargemeinden haben den Grundsteuersatz wegen der Geldnöte erhöht. Da darf man auf den Haushalt, der am 17. Dezember in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden soll, gespannt sein. Wohltaten runter und Steuern rauf? Wilhelm Schultze ist erst wenige Monate Bürgermeister. Doch wie sagte schon der Vordenker der Macht, Nicolò Machiavelli, 1513: „Unter allen Fürsten kann der neue am wenigsten den Namen der Grausamkeit vermeiden“ – allerdings wird dies in der ersten Zeit auch leichter dem Vorgänger angelastet.
Tagesordnung:

Zum TOP 6 „Aktueller Sachstand Wallauer Spange“ vermeldete Bürgermeister Wilhelm Schultze knapp: „Der Plan in seiner gegenwärtigen Ausführung ist nicht fördermittelfähig.“ Das heißt kein Geld vom Land oder Bund. Daher wieder alle Planungen zurück auf los. In der Bürgerfragestunde kam noch eine Nachfrage: „Gibt es einen konkreten Zeitplan, bis wann der Haltepunkt gebaut ist?“ Die salomonische Antwort des Bürgermeisters: „Wenn drei Kommunen an der Planung beteiligt sind, sieht er sich außerstande, einen belastbaren Zeitplan zu verkünden.“
Zu dem neuen regionalen Flächennutzungsplan hatte die Stadt die Ortsbeiräte um ihre Meinung gefragt. Herr Rösner von der Stadt Hofheim präsentierte nochmal die Änderungen, die Walleu betrafen. Der Ortsbeirat hatte schon fleißig vorgearbeitet und eine gemeinsame Stellungnahme aller Fraktionen vorbereitet. Darin wird bei einigen Punkten wie der Anpassungen an die Realität (z.B. Kleingärten hinter Ikea) sowie der Erweiterung einer möglichen Wohnbebauung an der Theodor-Heuss-Straße nach Nordenstadt der Vorlage der Stadt zugestimmt. Die zwei Erweiterungen des Gewerbegebiets Ost im Norden und Westen werden allerdings kritisch gesehen. Das Gebiet ist im derzeitigen Flächennutzungsplan schon als „klimakritisch“ eingestuft. Da ist eine weitere Versiegelung von Flächen für die Ortspolitiker problematisch. Inweiweit sich die Bedenken der Wallauer im städtischen Vorschlag durchsetzen können, wird sich zeigen.















Die katholische Kirche hat immer weniger Mitglieder. Das heißt weniger Gottesdienstbesucher und weniger Geld. Daher denkt man über die Aufgabe einiger Standorte nach und hat dazu ein Konzept erarbeitet. Mittelfristig könnte auch die Kirche St. Bonifatius aufgegeben werden. Diese wurde 1967 geweiht und steht unter Denkmalschutz.

Dies hat die FDP Hofheim veranlasst, sich frühzeitig über eine mögliche Verwendung Gedanken zu machen. Ziel ist es, das Bauwerk für die Stadt zu erhalten und sinnvoll weiter zu nutzen.
Daher hat die FDP einen Antrag gestellt, die Stadt möge zusammen mit der Musikschule und dem Denkmalamt prüfen, ob der Standort künftig für die Muasikschule Hofehim genutzt werden kann. Diese sucht dringend neue Räumlichkeiten. Die jetzigen sind zu alt und zu klein. Sicherlich ist auch der liberale Stammtisch am Donnerstag eine Möglichkeit, über die Möglichkeiten und die Zukunft der Kirche zu diskutieren.
Wer die Kirche einmal bei einem Event erleben möchte, dem sei das Weihnachtskonzert des Chores Soundwerk ans Herz gelegt.


100.000 qm Grün- und Ackerfläche würden verschwinden, der (LKW)Verkehr steigen, die Belastung in Wallau zunehmen. Als Argument dafür werden u.a. die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt angeführt. Doch wie sieht es faktisch damit aus? Die CDU-Fraktion hat in einer Anfrage an den Magistrat nachgefragt, wieviel die Stadt an Gewerbesteuer zusätzlich erwartet. In der Antwort steht: […] Zum derzeitigen Stand des Verfahrens können noch keine Annahmen zu Gewerbesteuerzuflüssen getroffen werden. Erträge aus der Gewerbesteuer ermitteln sich aus dem zu versteuernden Gewinn eines Unternehmens. Erstmalige Investitionskosten verringern ebenso den Gewinn wie eventuelle Zerlegungen im Rahmen der Unternehmensstruktur. […]
Dabei heißt „Zerlegung in der Unternehmensstruktur“, dass die Gewinne der Unternehmen nicht zwangsläufig der Stadt zugute kommen, in der die Produktions- oder Umschlaghallen stehen.